{"id":4154,"date":"2021-10-06T17:21:21","date_gmt":"2021-10-06T15:21:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/?p=4154"},"modified":"2021-11-08T14:25:23","modified_gmt":"2021-11-08T13:25:23","slug":"parlamentsbericht-zur-eu-biodiversitaetsstrategiefuer-2030-betont-das-vorsorgeprinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/parlamentsbericht-zur-eu-biodiversitaetsstrategiefuer-2030-betont-das-vorsorgeprinzip\/","title":{"rendered":"Europaparlament: keine F\u00f6rderung von Gentechnologien in der Entwicklungspolitik"},"content":{"rendered":"<p>Am 6.10.2021 forderte das Europaparlament bei seiner Plenarsitzung die EU-Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten mit seinem Bericht zur &#8220;Rolle der Entwicklungspolitik bei der Bek\u00e4mpfung des Verlusts der biologischen Vielfalt in den Entwicklungsl\u00e4ndern im Zusammenhang mit der Umsetzung der Agenda 2030&#8221; dazu auf, die Rechte zuk\u00fcnftiger Generationen aktiv zu sch\u00fctzen, keine Gentechnologien mit Geldern der Entwicklungshilfe zu f\u00f6rdern und insbesondere die Freisetzung von Gene Drive Organismen nicht zu gestatten.<\/p>\n<p><strong>Mareike Imken, Koordinatorin der europ\u00e4ischen Stop Gene Drive Kampagne, begr\u00fc\u00dft diese Entschlie\u00dfung:<\/strong><br \/>\n\u201eDas Europaparlament best\u00e4rkt hier zum dritten Mal in Folge seine Forderung, die Gene Drive Technologie aus Vorsorgeerw\u00e4gungen nicht einzusetzen. Diese Forderung ist auch deshalb so wichtig, da erste Feldversuche mit der Gene Drive Technologie in den n\u00e4chsten Jahren in Burkina Faso durch das Projektkonsortium Target Malaria umgesetzt werden sollen.\u201c So hehr das damit verfolgte Ziel, die Malaria bek\u00e4mpfen zu wollen \u2013 so wichtig sei es auch, die unvorhersehbaren und m\u00f6glicherweise katastrophalen Konsequenzen der grenz\u00fcberschreitenden, unkontrollierbaren und unwiderruflichen gentechnischen Ver\u00e4nderung oder Ausrottung von M\u00fccken nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. \u201eIch fordere EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten dringend dazu auf, die Forderungen des Europaparlaments national und international umzusetzen!\u201c so Imken.<\/p>\n<p>In Paragraf 32 vertieft das Europaparlament seine Forderung vom 8. Juni 2021 aus der EU-Biodiversit\u00e4tsstrategie und seiner Entschlie\u00dfung vom 16. Januar 2020 zur 15. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Biodiversit\u00e4tskonvention:<\/p>\n<p>\u201e[Das Europ\u00e4ische Parlament] stellt fest, dass die Gene Drive Technologie wie bei genetisch ver\u00e4nderten M\u00fccken zur Eind\u00e4mmung von vektor\u00fcbertragenen Krankheiten schwerwiegende und neuartige Gefahren f\u00fcr Umwelt und Natur darstellen, darunter unumkehrbare \u00c4nderungen in den Lebensmittelversorgungsketten und \u00d6kosystemen sowie Verluste an biologischer Vielfalt \u2013 eine Vielfalt, auf die die \u00c4rmsten der Welt f\u00fcr ihren Lebensunterhalt angewiesen sind; bekr\u00e4ftigt seine Besorgnis angesichts der neuen Herausforderungen in den Bereichen Recht, Umwelt, biologische Sicherheit und Regierungsf\u00fchrung, die sich aus der Freisetzung von durch Gene Drive ver\u00e4nderten Organismen in die Umwelt ergeben k\u00f6nnten, selbst wenn die Freisetzung zu zum Zwecke der Erhaltung der Natur erfolgt; bekr\u00e4ftigt, dass die freie, vorherige und in Kenntnis der Sachlage erteilte Zustimmung der indigenen V\u00f6lker und lokalen Gemeinschaften eingeholt werden muss, bevor Technologien eingef\u00fchrt werden, die sich auf deren traditionelles Wissen, Innovation, Gebr\u00e4uche und Lebensumst\u00e4nde sowie auf die Landnutzung und den Ressourcen- und Wasserverbrauch auswirken k\u00f6nnen; betont, dass dabei alle m\u00f6glicherweise betroffenen Bev\u00f6lkerungsgruppen im Vorfeld auf partizipative Weise einbezogen werden m\u00fcssen; vertritt die Auffassung, dass Genantriebstechnologien Anlass zu Bedenken hinsichtlich der Schwierigkeiten geben, das Verhalten der betroffenen Organismen vorherzusagen, und dass durch Genantrieb ver\u00e4nderte Organismen sich selbst zu invasiven Arten wandeln k\u00f6nnten, weshalb nach Ma\u00dfgabe des Vorsorgeprinzips die Freisetzung von durch Gene Drive ver\u00e4nderten Organismen nicht gestattet werden sollte, auch nicht zum Zwecke der Erhaltung der Natur\u201c<\/p>\n<p><strong>Aus Sicht von Mareike Imken<\/strong>, w\u00e4re es ein wichtiger weiterer Schritt, auch angesichts der schlechten Erfahrungen mit patentiertem gentechnisch ver\u00e4ndertem Saatgut in Afrika und Lateinamerika, die Forderung in Paragraf 28 des Europaparlaments in nationalen Entwicklungshilfeprogrammen umzusetzen. In Paragraf 28 fordert das Europ\u00e4ische Parlament die Kommission und die Mitgliedstaaten nachdr\u00fccklich dazu auf, \u201eden Verpflichtungen der Union aus internationalen \u00dcbereinkommen Rechnung zu tragen und zudem daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass in Entwicklungsl\u00e4ndern mit Geldern aus der Entwicklungshilfe keine Technologien zur genetischen Ver\u00e4nderung gef\u00f6rdert werden.\u201c<\/p>\n<p>Bei dieser Entschlie\u00dfung handelt es sich um eine unverbindliche Stellungnahme des Europ\u00e4ischen Parlaments mit Empfehlungen zur internationalen Zusammenarbeit auch in internationalen Konventionen wie UN CBD, UNEP, FAO und Handelsabkommen. Um diese Empfehlungen umzusetzen, m\u00fcsste die EU-Kommission sie in einem eigenen Legislativvorschlag aufgreifen, der dann vom Europ\u00e4ischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten best\u00e4tigt werden m\u00fcsste. Diese Empfehlungen k\u00f6nnten ihren Weg jedoch auch in weniger formell vereinbarte Verhandlungspositionen der EU bei ihrer internationalen Arbeit finden.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><strong>Zur Entschlie\u00dfung:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/TA-9-2021-0404_DE.html\">Entschlie\u00dfung des Europ\u00e4ischen Parlaments vom 6. Oktober 2021 zu der Rolle der Entwicklungspolitik bei der Eind\u00e4mmung des Verlusts an biologischer Vielfalt in Entwicklungsl\u00e4ndern vor dem Hintergrund der Umsetzung der Agenda 2030<\/a><u> (<\/u><a href=\"https:\/\/oeil.secure.europarl.europa.eu\/oeil\/popups\/ficheprocedure.do?lang=en&amp;reference=2020\/2274(INI)\">2020\/2274(INI))<\/a><u> \u2013 Para 32 zu Gene Drives.<\/u><\/p>\n<p><strong><u>\u00a0<\/u><\/strong><\/p>\n<p><strong><u>Vorherige Resolution des Europaparlaments zu Gene Drives:<\/u><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/A-9-2021-0179_DE.html\">Bericht \u00fcber das Thema \u201eEU-Biodiversit\u00e4tsstrategie f\u00fcr 2030: Mehr Raum f\u00fcr die Natur in unserem Leben<\/a> (<a href=\"https:\/\/oeil.secure.europarl.europa.eu\/oeil\/popups\/ficheprocedure.do?lang=en&amp;reference=2020\/2273(INI)\">2020\/2273(INI)<\/a>) \u2013 Para. 148 zu Gene Drives<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/TA-9-2020-0015_DE.html\">Entschlie\u00dfung des Europ\u00e4ischen Parlaments vom 16. Januar 2020 zu der 15.\u00a0Tagung der Konferenz der Vertragsparteien (COP15) des \u00dcbereinkommens \u00fcber die biologische Vielfalt<\/a> (<a href=\"https:\/\/oeil.secure.europarl.europa.eu\/oeil\/popups\/ficheprocedure.do?lang=en&amp;reference=2019\/2824(RSP)\">2019\/2824(RSP)<\/a>) &#8211; Para. 15 zu Gene Drives<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6.10.2021 forderte das Europaparlament bei seiner Plenarsitzung die EU-Kommission und die EU-Mitgliedsstaaten mit seinem Bericht zur &#8220;Rolle der Entwicklungspolitik bei der Bek\u00e4mpfung des Verlusts der biologischen Vielfalt in den Entwicklungsl\u00e4ndern im Zusammenhang mit der Umsetzung der Agenda 2030&#8221; dazu auf, die Rechte zuk\u00fcnftiger Generationen aktiv zu sch\u00fctzen, keine Gentechnologien mit Geldern der Entwicklungshilfe zu f\u00f6rdern und insbesondere die Freisetzung von Gene Drive Organismen nicht zu gestatten.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_mi_skip_tracking":false},"categories":[7,11],"tags":[],"acf":[],"aioseo_notices":[],"cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4154"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4154"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4154\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4157,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4154\/revisions\/4157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}