{"id":4703,"date":"2022-05-31T12:28:44","date_gmt":"2022-05-31T10:28:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/?p=4703"},"modified":"2022-05-31T14:30:39","modified_gmt":"2022-05-31T12:30:39","slug":"300-000-eu-buergerinnen-fordern-globales-gene-drive-moratorium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/300-000-eu-buergerinnen-fordern-globales-gene-drive-moratorium\/","title":{"rendered":"300.000 EU- B\u00fcrger*innen appellieren an Umweltministerin Lemke: Gene Drives stoppen!"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Pressemitteilung<\/strong><\/h1>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>Appell an Umweltministerin Lemke: fast 300.000 B\u00fcrger*innen sagen nein zu Gene Drives<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Berlin, 31. Mai 2022. Mehr als 300.000 B\u00fcrger:innen der Europ\u00e4ischen Union fordern, die ersten Freiland-Experimente mit gentechnisch ver\u00e4nderten Gene-Drive-Organismen durch ein globales Moratorium zu unterbinden. Die in der europ\u00e4ischen \u201eStop Gene Drive\u201c-Kampagne organisierten Verb\u00e4nde Save Our Seeds, die Aurelia Stiftung und das Umweltinstitut M\u00fcnchen haben heute in Berlin eine entsprechende Petition an Umweltministerin Steffi Lemke \u00fcbergeben. Mit dem Gentechnikverfahren Gene Drive k\u00f6nnten zuk\u00fcnftig wildlebende Arten manipuliert oder sogar ganz ausgerottet werden \u2013 mit nicht absehbaren Folgen f\u00fcr die \u00d6kosysteme.<\/p>\n<p>Gene Drives werden mit Hilfe des neuen Gentechnikverfahrens CRISPR-Cas hergestellt. Sie k\u00f6nnen ganze Populationen von Tieren und Pflanzen in der Natur gentechnisch ver\u00e4ndern oder auch ausrotten. Der sogenannte Gene Drive setzt Grundprinzipien der Evolution au\u00dfer Kraft und erzwingt die Vererbung einer genetischen Eigenschaft an s\u00e4mtliche Nachkommen. Damit wird eine gentechnische Kettenreaktion ausgel\u00f6st, die erst dann aufh\u00f6rt, wenn alle Individuen der betroffenen Tier- oder Pflanzenart diese gentechnische Ver\u00e4nderung in sich tragen &#8211; oder aber ausgerottet worden sind. Damit sollen zum Beispiel krankheits\u00fcbertragende Insekten, invasive Arten oder so genannte Erntesch\u00e4dlinge in der industriellen Landwirtschaft bek\u00e4mpft werden.<\/p>\n<p>Getestet wurden Gene Drives bislang ausschlie\u00dflich im Labor. Nun m\u00f6chte das Forschungskonsortium \u201aTarget Malaria\u2018 im westafrikanischen Burkina Faso erstmals Gene Drives in die Natur freisetzen. Das Ziel: Eine Malaria \u00fcbertragende M\u00fcckenart soll ausgerottet werden. Doch was vielversprechend klingt, birgt enorme Risiken: Einmal in die Natur freigesetzt, k\u00f6nnen Gene Drives weder zur\u00fcckgeholt werden noch ihre weitere Entwicklung und Ausbreitung kontrolliert werden. Wenn sich Gene-Drive-Organismen ausbreiten, k\u00f6nnten sie das ohnehin rasende Artensterben noch weiter beschleunigen.<\/p>\n<p>Bei der \u00dcbergabeaktion mit Umweltministerin Lemke auf dem Leipziger Platz in Berlin stellte eine Installation aus riesigen kippenden Dominosteinen anschaulich die Risiken dar, die das Gene-Drive-Verfahren birgt.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201eEine durch Gene Drive Organismen ausgel\u00f6ste gentechnische Kettenreaktion k\u00f6nnte ganze \u00d6kosysteme destabilisieren und im Extremfall kollabieren lassen. Jede Gene Drive Freisetzung &#8211; und sei es \u201enur\u201c zu Versuchszwecken &#8211; kann unabsehbare und irreversible Folgen f\u00fcr die durch Klima\u00adwandel und Insektensterben geschw\u00e4chten Best\u00e4uber- und Nahrungsnetze haben. Wir brauchen dringend ein weltweites Gene Drive Moratorium!\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">warnt Bernd Rodekohr, Projektleiter \u201eSch\u00fctzt die Biene vor Gentechnik\u201c bei der Aurelia Stiftung.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8220;Gene-Drive-Organismen kennen grunds\u00e4tzlich keine Grenzen und k\u00f6nnen sich weltweit ausbreiten,\u201c sagt die Koordinatorin der Stop-Gene-Drive-Kampagne von SOS, Mareike Imken. \u201eBisher verf\u00fcgt die Weltgemeinschaft weder \u00fcber ausreichendes Wissen noch \u00fcber verbindliche internationale Vereinbarungen, nach denen ein derart fundamentaler, unumkehrbarer Eingriff in die Natur geregelt werden kann.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der m\u00f6gliche Einsatz von Gene Drives steht auf der Tagesordnung der 15. Vertragsstaatenkonferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Artenvielfalt (UN CBD), die im Herbst in China geplant ist. Die Umweltminister*innen der EU legen ihre gemeinsame Position dazu im Juni fest.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Sophia Guttenberger vom Umweltinstitut M\u00fcnchen fordert: \u201eAnstatt durch die gentechnische Ver\u00e4nderung wildlebender Arten russisches Roulette mit der Evolution zu spielen, m\u00fcssen wir das bereits jetzt rasende Artensterben endlich stoppen, indem wir die Widerstandf\u00e4higkeit unserer \u00d6kosysteme st\u00e4rken und aufh\u00f6ren, sie \u00fcberall auf der Erde zu zerst\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Umweltministerin Steffi Lemke sagte bei der Petitions\u00fcbergabe:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIch glaube, dass sich die Menschheit und auch die Wissenschaft mit Gene Drives \u00fcbersch\u00e4tzen w\u00fcrde. Deshalb werde ich beim Ministerrat im Juni nat\u00fcrlich versuchen eine Position zu erreichen, die sich am europ\u00e4ischen Vorsorgeprinzip orientiert.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h2><strong>Hintergrund:<\/strong><\/h2>\n<p>Die Gene-Drive-Technologie nutzt gentechnische Methoden wie die \u201aGenschere\u2018 CRISPR\/Cas, um bestimmte Eigenschaften in wildlebende Tier- und Pflanzenpopulation einzuf\u00fchren. Werden dabei Gene, die z.B. Fruchtbarkeit oder Geschlecht beeinflussen manipuliert, k\u00f6nnen ganze Populationen ausgerottet werden. Gene Drives k\u00f6nnten aber auch sogenannte landwirtschaftliche Sch\u00e4dlinge f\u00fcr chemische oder biologische Substanzen anf\u00e4llig machen oder andere Eigenschaften ver\u00e4ndern. Dazu wird sowohl die neue Eigenschaft als auch der gentechnische Mechanismus (CRISPR\/Cas) weitervererbt. So setzt sich die gentechnische Manipulation selbstst\u00e4ndig in der Natur fort. Diese \u201egentechnische Kettenreaktion\u201c bewirkt, dass s\u00e4mtliche Nachkommen die gew\u00fcnschte Eigenschaft erben, bis die gesamte Population oder Art gentechnisch ver\u00e4ndert oder ausgerottet ist.<\/p>\n<p>Seit 2018 wird die Regulierung von Gene Drives im Rahmen der UN Biodiversit\u00e4tskonvention (UN CBD) kontrovers diskutiert. Auf der letzten Vertragsstaatenkonferenz in Sharm el Sheik wurden einige erste vorsorgeorientierte Bedingungen f\u00fcr eine Freisetzung empfohlen. Doch viele Fragen bleiben unbeantwortet \u2013 darunter vor allem, wie und von wem angesichts einer grenz\u00fcberschreitenden Ausbreitung und unvorhersehbarer \u00f6kologischer, gesundheitlicher, wirtschaftlicher und sozialer Folgen die Entscheidung \u00fcber eine Freisetzung von Gene Drive Organismen getroffen werden m\u00fcsste. Die bestehenden Verfahren im Rahmen des international verbindlichen Cartagena-Protokolls der CBD \u00fcber die biologische Sicherheit regeln bislang nur den beabsichtigten Transfer von gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen (z.B. Saatgut) als Produkte \u00fcber einzelnen Grenze hinweg. Gene-Drive-Organismen sind dagegen keine Produkte und verbreiten sich selbst\u00e4ndig in allen Regionen, in denen der betroffene Organismus gegenw\u00e4rtig oder zuk\u00fcnftig vorkommt. Insofern m\u00fcssten alle potenziell betroffenen L\u00e4nder im Voraus ihre Zustimmung zu einer Freisetzung geben. Aktuell stehen bei den Verhandlungen im Rahmen der UN Biodiversit\u00e4tskonvention jedoch lediglich internationale Leitlinien zur Risikobewertung von Gene Drive Organismen und ein genereller Prozess zur Technikfolgenabsch\u00e4tzung von neuen biotechnologischen Verfahren auf der Tagesordnung. In dem geplanten neuen Rahmenabkommen zum Schutz der Biodiversit\u00e4t befasst sich dessen Ziel 17 mit der Abwendung von Biodiversit\u00e4tssch\u00e4den aufgrund des Einsatzes von Biotechnologien.<\/p>\n<h3><strong>Weitere Links:<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>Zu den Empfehlungen der Stop Gene Drive Kampagne zur Ausgestaltung eines globalen Gene Drive Moratoriums: <a href=\"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/unsere-politischen-empfehlungen\/\">https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/unsere-politischen-empfehlungen\/<\/a><\/li>\n<li>Zur Brosch\u00fcre \u201e<a href=\"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/GeneDrives_Die-neue-Dimension-der-Gentechnik_210617.pdf\">Gene Drives. Die neue Dimension der Gentechnik. Anwendungen, Risiken und Regulierung<\/a>.\u201c<\/li>\n<li>Zum Faltblatt <a href=\"http:\/\/www.umweltinstitut.org\/fileadmin\/Mediapool\/Druckprodukte\/Gentechnik\/PDF\/Faltblatt__Gene_Drives.pdf\">\u201eGene Drives \u2013 Mit Gentechnik ganze Arten auschl\u00f6schen\u201c<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/youtu.be\/pttsnlLb7d0\">15-min\u00fctiger Kurzdokumentarfilm<\/a> zu den Risiken und Herausforderungen, vor die uns die Gene Drive Technologie stellt.<\/li>\n<li>Alle wichtigen Informationen rund um die Stop Gene Drive Kampagnen auf dieser <a href=\"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/\">Website<\/a> und auf <a href=\"https:\/\/twitter.com\/stopgenedrives\">Twitter<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<h4><strong>Pressekontakt:<\/strong><\/h4>\n<p>Mareike Imken<br \/>\nKoordinatorin der Stop Gene Drive Kampagne<br \/>\nSave our Seeds \/ Berliner B\u00fcro der Zukunftsstiftung Landwirtschaft in der GLS Treuhand<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:imken@saveourseeds.org\">imken@saveourseeds.org<\/a>; Mobil: 0151-53112969 Web: <a href=\"http:\/\/www.stop-genedrives.de\/\">www.stop-genedrives.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>300.000 EU-B\u00fcrger*innen fordern in einer Petition die Umweltminister*innen der EU dazu auf, sich bei der im Herbst geplanten Konferenz der Un Biodiversit\u00e4tskonvention f\u00fcr ein globales Gene Drive Moratorium einzusetzen. Am 31. Mai fand die \u00dcbergabe der Unterschriften an die deutsche Umweltministerin Steffi Lemke in Berlin statt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4733,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_mi_skip_tracking":false},"categories":[11,12],"tags":[],"acf":[],"aioseo_notices":[],"cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4703"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4703"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4703\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4741,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4703\/revisions\/4741"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4733"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}