{"id":7681,"date":"2024-10-30T13:33:16","date_gmt":"2024-10-30T12:33:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/?p=7681"},"modified":"2024-10-31T17:42:11","modified_gmt":"2024-10-31T16:42:11","slug":"cbd-als-instrument-zur-foerderung-von-biotechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/cbd-als-instrument-zur-foerderung-von-biotechnologie\/","title":{"rendered":"CBD als Instrument zur F\u00f6rderung von Biotechnologie?"},"content":{"rendered":"<p>Frisch von der COP16 berichten wir \u00fcber den Versuch, den Fokus der CBD von der Regulierung von Gene Drives und anderen Biotechnologien auf deren F\u00f6rderung zu verschieben \u2013 ein Schritt, der die Biodiversit\u00e4t gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. Lesen Sie den vollst\u00e4ndigen Artikel, wie er heute in der ECO ver\u00f6ffentlicht wurde:<\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend die Biotechnologie immer weitergehende M\u00f6glichkeiten bietet, die Natur \u201eneu zu gestalten\u201c, versuchen einige, die CBD zu einem Ort der F\u00f6rderung anstatt der Regulierung von Biotechnologie zu machen. Dies darf nicht geschehen, warnt die in Deutschland ans\u00e4ssige NGO Save Our Seeds.<\/em><\/p>\n<p>Als die CBD verfasst wurde, wurde Biotechnologie \u2013 und das zu Recht \u2013 als Bedrohung f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und deren nachhaltige Nutzung angesehen. Der Text der Konvention konzentriert sich auf die Risiken, die durch die Nutzung und Freisetzung gentechnisch ver\u00e4nderter Organismen entstehen. Gleichzeitig spricht er aber auch davon, die \u201eErgebnisse und Vorteile der Biotechnologien\u201c zu teilen, wenn diese auf genetischen Ressourcen aus sogenannten Entwicklungsl\u00e4ndern basieren.<\/p>\n<p>Im Jahr 2024 sieht die Situation jedoch ganz anders aus. Im Kontext der CBD wird zunehmend \u00fcber die m\u00f6glichen Vorteile der Biotechnologie gesprochen \u2013 zum Nachteil des im \u00dcbereinkommen verankerten Vorsorgeprinzips.<\/p>\n<p>Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Biotechnologie immer potenter wird. Organismen sind nicht mehr nur \u201egentechnisch ver\u00e4ndert\u201c, sondern zunehmend \u201eneuartig in der Natur\u201c. Die CBD verwendet den Begriff \u201eSynthetische Biologie\u201c f\u00fcr die \u201eWeiterentwicklung und neue Dimension moderner Biotechnologie\u201c, die auf Werkzeugen wie DNA-Synthese, Next-Generation-Sequenzierung, Bioinformatik und Genom-Editierung basiert.<\/p>\n<p>Werkzeuge der Synthetischen Biologie wurden lange Zeit genutzt, um Mikroben in geschlossenen Anlagen zur Herstellung von Arzneimitteln oder Lebensmittelzutaten zu entwickeln. Neuere Anwendungen zielen jedoch auch auf den Einsatz in offenen Umgebungen ab, wie zum Beispiel Mikroben, die die Aufnahme von D\u00fcngemitteln in Pflanzen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Eine multidisziplin\u00e4re Expert:innengruppe (mAHTEG) der CBD hat Aspekte wie die \u201eIntegration k\u00fcnstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens\u201c, \u201eselbstverbreitende Impfstoffe f\u00fcr Wildtiere\u201c und \u201egentechnische Gene Drives zur Kontrolle von krankheits\u00fcbertragenden und invasiven Arten\u201c untersucht (Dokument CBD\/SYNBIO\/AHTEG\/2024\/1\/3). Die Expert:innengruppe sollte in die Zukunft schauen und die CBD-Vertragsparteien \u00fcber kommende Entwicklungen informieren. Doch die Zukunft ist bereits Gegenwart. K\u00fcnstliche Intelligenz wird zunehmend zur Entwicklung von Mikroben und Proteinen eingesetzt, und \u201eselbstlimitierende\u201c Insekten wurden bereits in L\u00e4ndern wie Brasilien und den USA freigesetzt. Die experimentelle Freisetzung von Gene-Drive-Moskitos, urspr\u00fcnglich f\u00fcr 2024 geplant, wird weiterhin in Uganda und anderen afrikanischen L\u00e4ndern angestrebt.<\/p>\n<p>Solche extremen Formen der gentechnischen Ver\u00e4nderung stellen eine v\u00f6llig neue Dimension des Umwelt-Risikos dar. Gene Drives zielen darauf ab, ganze Populationen wildlebender Arten zu ver\u00e4ndern oder zu eliminieren, was potenziell irreversible Sch\u00e4den verursachen k\u00f6nnte \u2013 auch jenseits des Freisetzungslandes. Das Vorsorgeprinzip, das vor mehr als 30 Jahren in der CBD verankert wurde, ist wertvoller und unentbehrlicher denn je f\u00fcr den Schutz von Natur und Menschen.<\/p>\n<p>Doch eine kleine Gruppe von Vertragsparteien, darunter Brasilien und das Vereinigte K\u00f6nigreich, will jede eingehende Bewertung der von den Expert:innen vorgeschlagenen Themen blockieren. Stattdessen argumentieren sie, die CBD solle sich auf die positiven Auswirkungen und Vorteile konzentrieren, die die Synthetische Biologie f\u00fcr die Erreichung des KMGBF bieten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auch in anderen Arbeitsbereichen der CBD machen sich Interessen der Biotechnologie bemerkbar. Ein Entwurfspapier zur Pflanzenerhaltung (CRP 1) schl\u00e4gt vor, \u201eForschung und Entwicklung zu unterst\u00fctzen \u2026 um die Vorteile sicherer Biotechnologien zu f\u00f6rdern\u201c. Ein weiterer Entwurf zu Biodiversit\u00e4t und Gesundheit (CRP 6) m\u00f6chte \u201edie Verteilung der Vorteile f\u00fcr die Gesundheit aus biotechnologischen Entwicklungen f\u00f6rdern\u201c.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise sind nicht alle Vertragsparteien blind gegen\u00fcber den potenziellen Problemen, die sich aus der Gentechnik ergeben. Ein vorgeschlagenes Non-Paper zur Synthetischen Biologie bleibt h\u00f6chst umstritten. Hoffen wir, dass Vernunft siegt und die CBD nicht nur weiterhin vor negativen Folgen warnt, sondern diese m\u00e4chtigen Technologien effektiv zu regulieren wei\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frisch von der COP16 berichten wir \u00fcber den Versuch, den Fokus der CBD von der Regulierung von Gene Drives und anderen Biotechnologien auf deren F\u00f6rderung zu verschieben \u2013 ein Schritt, der die Biodiversit\u00e4t gef\u00e4hrden k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7682,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_mi_skip_tracking":false},"categories":[7,11],"tags":[],"acf":[],"aioseo_notices":[],"cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7681"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7681"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7681\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7684,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7681\/revisions\/7684"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7682"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7681"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7681"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stop-genedrives.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7681"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}